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»Mit Hängen und Würgen«
Auswertung des Fragebogens


Zu beachten ist bei der Interpretation, daß "Mit Hängen und Würgen" fast nur von Websites aus verlinkt ist, die sich an Sadomasochisten wenden. Man kann den Text zwar über Suchmaschinen finden, fürs erste sollte man aber davon ausgehen, daß die erhobenen Daten von überdurchschnittlich vielen Sadomasochisten stammen. Es wäre falsch, zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Schluß zu ziehen, daß Sadomasochismus und der Hang zu Atemkontrollspielen stark korrelieren (auch wenn ich das persönlich für recht wahrscheinlich halte). Durch die Veröffentlichung im Internet ist die Stichprobe natürlich auch sonst in diverse Richtungen verzerrt. Außerdem sind manche Fragen umformuliert worden, nachdem die ersten Fragebögen bereits ausgefüllt waren; einige andere Punkte waren offenbar missverständlich formuliert Also bitte keine voreiligen Schlüsse. Eine aussagekräftigere Umfrage wird folgen.

Eingegangene Fragebögen bis zum 26. Januar 2002: 280

Die einzige meines Wissens existierende Studie an lebenden Atemkontrollspielern hatte gerade mal 5. [FG94]

Geschlecht:

Männer: n=219 / Frauen: n=61 78% 22%

Das sind mehr Frauen, als die Forschungsliteratur vermutet. Dort geht man eher - wenn überhaupt - von einem Frauenanteil von 5-10% aus.

Durchschnittsalter: Frauen 28 (17 - 47 Jahre), Männer 32 (15-61 Jahre)

Sexuelle Orientierung:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
überwiegend oder nur heterosexuell: 72% 67%
überwiegend oder nur homosexuell: 13% 5%
sonstige:* 13% 26%
keine Angaben: 2% 2%

* wurde umformuliert von "kann mich nicht entscheiden" zu "Ich glaube nicht an diese Einteilung"

Sexuelle Vorlieben:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
entsprechen abgesehen von meinem Interesse
an Atemkontrollspielen im großen und ganzen
vermutlich denen der Mehrheit:*
14% 11%
... nicht der Mehrheit, insgesamt:* 81% 87%
keine Angaben: 5% 2%
... nicht der Mehrheit, nähere Angaben (Mehrfachnennungen waren möglich):
Bondage: 68% 79%
Machtspiele: 44% 79%
SM: 60% 80%
Transvestismus: 12% 7%
Zoophilie: 7% 5%
Körperteilfetische: 15% 8%
Materialfetische oder Kleidungsfetische: 49% 31%
"schmutzige" Praktiken: 25% 23%
Voyeurismus: 8% 25%
Exhibitionismus: 7% 23%

* siehe dazu die Anmerkungen in der Einleitung

Das Thema Atemkontrollspiele beschäftigt mich aus folgenden Gründen: (Mehrfachnennungen waren möglich)

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Atemkontrollspiele kommen in meinen Phantasien vor;
ich habe keinerlei praktische Erfahrungen damit:
14% 11%
Ich habe früher allein Atemkontrollspiele betrieben: 28% 11%
Ich betreibe allein Atemkontrollspiele: 45% 20%
Ich habe früher allein Atemkontrollspiele betrieben
und spiele jetzt mit meinem/meiner Partner/in:
26% 8%
     Insgesamt schon mal allein gespielt: 70% 31%
Mein/e Partner/in hat mich auf die Idee gebracht;
vorher hatte ich damit nichts zu tun:
6% 21%
Ich hatte früher zwar entsprechende Phantasien,
habe sie aber erst umgesetzt, als ich eine/n Partner/in gefunden hatte:
11% 36%
Ich möchte gar nichts dergleichen praktizieren,
ich sehe mir nur gern Bilder davon an:
2% 3%

Sonstiges, und zwar:

Ich weiß noch, was mich auf die Idee gebracht hat:

Erste Phantasien durchschnittlich mit:

Männer: 16 (5-35)
Frauen: 18 (5-32)

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
bis 10 13% 10%
11-15 34% 18%
16-20 25% 30%
21-25 8% 13%
26-30 6% 5%
> 30 2% 2%
keine Angaben 12% 23%

Erste Experimente durchschnittlich mit:

Männer: 18 (6-35)
Frauen: 22 (9-40)

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
bis 10 7% 5%
11-15 30% 11%
16-20 23% 20%
21-25 12% 23%
26-30 7% 10%
> 30 4% 13%
keine Angaben 16% 18%

Ich spiele gern (oder würde gern spielen):

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
auf der aktiven Seite 12% 11%
auf der passiven Seite 41% 41%
mir gefällt beides 44% 48%
keine Angaben 3% 0%  

An Atemkontrollspielen gefällt mir: (Mehrfachnennungen waren möglich)

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Die euphorisierende Wirkung des Sauerstoffmangels 52% 66%
Ich komme schneller zum Orgasmus 38% 31%
Mein Orgasmus ist befriedigender 45% 20%
Die Todesangst 24% 20%
Das Spiel mit der Gefahr 31% 36%
Die Macht, die mein/e Partner/in damit über mich hat
oder umgekehrt (hier zählen auch phantasierte Partner)
67% 77%
Keine Angaben 5% 3%

Sonstiges:

Ich habe Phantasien, in denen der Tod meines Partners / meiner Partnerin oder - auf der passiven Seite - mein eigener Tod vorkommt (erst ab Fragebogen-Nr 73):

  Männer (n=165) Frauen (n=43)
der eigene Tod 19% 12%
der Tod des Partners 4% 14%
beides 5% 5%
weder noch 68% 70%
keine Angaben 4% 0%  

Im allgemeinen bevorzuge ich folgende Praktiken: (Mehrfachnennungen waren möglich):

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Abdrücken der Schlagadern mit den Händen 17% 54%
Drosseln (Hilfsmittel um den Hals zuziehen) 53% 48%
Mund/Nase zuhalten 47% 62%
Würgen mit den Händen 32% 64%
Gasmasken 46% 33%
Facesitting 38% 26%
Sitzen auf dem Brustkorb 23% 25%
den Brustkorb anderweitig komprimieren 18% 26%
Wiedereinatmen der Atemluft 58% 41%
Untertauchen / Spiele unter Wasser 34% 26%
Inhalieren chemischer Substanzen 10% 13%
Hängen 46% 20%
Mindgames 12% 25%
keine Angaben 2% 0  

Sonstiges:

Ich habe schon Dinge praktiziert, von denen auf diesen Webseiten abgeraten wird, und zwar:

Ich hatte schon einmal oder mehrmals das Gefühl, bei einem Atemkontrollspiel mein Leben mehr in Gefahr zu bringen, als mir lieb war:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
keine Angaben 3% 5%
Nein, noch nie 65% 78%
Ja (insgesamt) 32% 16%
   und zwar bei einem Solo-Spiel 82% 4%

dabei war das Problem folgendes:

   und zwar bei einem Spiel mit Partner 22% 7%

und zwar war das Problem folgendes:

Ich hatte schon einmal das Gefühl, daß meine Gesundheit vorübergehend oder dauerhaft durch Atemkontrollspiele Schaden genommen hat:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Nein, noch nie 82% 84%
Ja 12% 10%
keine Angaben 6% 7%

nähere Angaben:

Wenn ich besser über die Risiken von Atemkontrollspielen informiert gewesen wäre, hätte ich (Mehrfachnennungen waren möglich):

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
keine Angaben 16% 16%
die Finger davon gelassen 2% 2%
versucht, Vorkehrungen zu treffen oder
weniger riskante Praktiken einzusetzen
21% 23%
es trotzdem getan 46% 40%
Ich war gut informiert 24% 26%

... und zwar aus folgender Quelle:

Aus den Informationen habe ich folgende Konsequenzen gezogen:

Fragen zur Genese:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Ich war eine schwere Geburt1 11% 18%
Ich bin ein ältestes Kind2 29% 30%
Ich bin ein mittleres Kind2 8% 7%
Ich bin ein jüngstes Kind2 25% 25%
Ich bin ein Einzelkind2 26% 31%
Ich hatte als Kind oder Jugendliche(r) eine oder mehrere Erfahrungen, die mit Atemnot, Ertrinken oder Erstickungsgefahr zu tun hatten (Details siehe unten) 17% 20%
Ich habe/hatte Asthma 7% 11%
Ich bin intelligent, ehrgeizig und erreiche im allgemeinen, was ich mir vornehme3 64% 74%
Ich komme aus einer sehr religiösen Familie 7% 3%
Ich wurde als Kind/Jugendliche(r)
sexuell mißbraucht:4
<1%   16%
Ich wurde als Kind/Jugendliche(r) mißhandelt:4 2% 11%
Ich bin als Jugendliche/r straffällig geworden 3% 11%
Ich betreibe Risikosportarten /
habe früher Risikosportarten betrieben
14% 7%
keine Angaben 6% 2%

1 Es ist mir bisher nicht gelungen, herauszufinden, wie häufig schwere Geburten in der Gesamtbevölkerung überhaupt sind. Bis dahin bleibt diese Zahl mangels Vergleichsmöglichkeiten nutzlos. 

2 Die Verteilung ist natürlich auch sonst nicht gleichmäßig. Z.B. sind Einzelkinder, älteste und jüngste Geschwister ingesamt häufiger als mittlere. Eigentlich eine ziemlich unnütze Frage.

3 Auffällig, oder? Dummerweise ist die Frage so schmeichelhaft gestellt, dass jeder sie gern mit Ja beantwortet, und dass das vermutlich auch jede Kontrollgruppe tun würde. Was man hieraus allerdings ablesen kann, ist, dass ein Großteil der Befragten über ein solides Selbstbewusstsein verfügt - das steht im Widerspruch zu den in der Literatur gängigen Beschreibungen der Persönlichkeit von Atemkontrollspielern.

4 Laut (FG94) müßte dieser Punkt eigentlich auf alle Befragten zutreffen.

Ich hatte als Kind oder Jugendliche(r) eine oder mehrere Erfahrungen, die mit Atemnot, Ertrinken oder Erstickungsgefahr zu tun hatten (Details):

 

Ich bin ein Mann, habe schon mit autoerotischen Atemkontrollspielen experimentiert und dabei Frauenkleidungsstücke getragen: (Mehrfachnennungen waren möglich)

  Männer n=219
insgesamt 49%
weil es mich allgemein erregt, Frauenkleidung
zu tragen (ohne demütigende Komponente)
17%
   a) die Kleidungsstücke selbst erregen mich 17%
   b) ich stelle mir gern vor, eine Frau zu sein 12%
weil ich es demütigend finde, Frauenkleidung zu tragen 10%
weil ich eigentlich eine Frau würgen/hängen/was auch immer
wollte, und es mir auf die Art leichter gefallen ist, mir das vorzustellen*
6%
Dadurch ist es mir leichter gefallen, mir vorzustellen,
daß eine Frau dabei anwesend ist.*
8%

Sonstiges:

* Diese beiden Punkte werden in der Literatur überhaupt nicht erwähnt. Häufig geht man davon aus, daß der Hang zu Atemkontrollspielen grundsätzlich mit der Gewohnheit einhergeht, Frauenkleider zu tragen. Als Begründung wird ausschließlich Transvestitismus genannt.

In meiner Familie gibt/gab es mehr Probleme als in anderen Familien:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Nein, eher weniger 38% 23%
Ungefähr gleich viel 37% 38%
Vielleicht ein bißchen 14% 18%
Ja, auf jeden Fall 5% 16%
keine Angaben 5% 5%

Meine Kindheit/Jugend war schwieriger als die anderer Leute:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Nein, eher einfacher 21% 10%
Eigentlich nicht 49% 39%
Vielleicht ein bißchen 19% 25%
Ja, auf jeden Fall 6% 21%
keine Angaben 5% 5%

Die meisten anderen Menschen sind vermutlich psychisch ausgeglichener als ich:

  Männer (n=219) Frauen (n=61)
Nein, eher bin ich psychisch ausgeglichener
als die meisten anderen
23% 31%
Ich glaube nicht 46% 39%
Vielleicht ein bißchen 20% 13%
Ja, auf jeden Fall 5% 11%
keine Angaben 6% 5%

Vom Standpunkt der Forschungsliteratur her sind die Antworten auf diese drei Fragen vielleicht die überraschendsten Ergebnisse.

 

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